- Rathaus
- Erleben
- Wohnen
- Wirtschaft & Entwicklung
Auen - Lebensraum und natürlicher Hochwasserschutz zugleich
Vogelarten nutzen die Gebiete als Brut- oder Rastplatz, darunter Störche, Reiher und verschiedene Entenarten. Amphibien wie die streng geschützte Gelbbauchunke finden in den temporären Gewässern perfekte Bedingungen zum Laichen. Zudem leben viele Insektenarten in Auen, etwa Libellen und Schmetterlinge, die wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere darstellen. Auch Biber bewohnen seit ihrer Wiederansiedlung zunehmend Auen und helfen, natürliche Auenlandschaften wiederherzustellen.
Für den Menschen haben Auen ebenfalls eine große Bedeutung: neben der Naherholung erfüllen sie eine zentrale Funktion im Wasserhaushalt. Bei Starkregen und Hochwasser treten Flüsse über die Ufer. Auen wirken dabei wie natürliche Retentionsräume und speichern die großen Wassermengen in ihren Böden und in der Vegetation, die sie zeitverzögert wieder an den Fluss abgeben. Dadurch werden Hochwasserspitzen abgepuffert und flussabwärts gelegene Siedlungen entlastet.
Intakte Auen leisten somit einen wirksamen Beitrag zum Hochwasser- und Starkregenschutz. Darüber hinaus fördern sie die Grundwasserneubildung und verbessern die Wasserqualität, indem sie Nähr- und Schadstoffe zurückhalten. Auenböden sind sehr fruchtbar und bieten auch in trockenen Perioden eine gute Anbindung an das Grundwasser, was sie für die landwirtschaftliche Nutzung attraktiv macht.
Auch für das Klima spielen Auen eine wichtige Rolle. Feuchte Böden und Auwälder können Kohlenstoff speichern und tragen damit zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Zudem sorgen Auen durch ihre Vegetation und Verdunstung für eine lokale Abkühlung der Umgebung. Ihre hohe Artenvielfalt macht Auen robuster gegenüber dem Klimawandel, da sie Veränderungen besser ausgleichen können als artenarme Landschaften.
Auen leisten also einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Erhalt der Biodiversität. Ihr Schutz gewinnt angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und des fortschreitenden Artenverlusts zunehmend an Bedeutung.


